Die Mitmobber

Viele Lehrer sind eher lethargische Charaktere und keine Energiebündel. Daher gibt es auch den Typ des Mitmobbers, der nicht in der vordersten Front mitkämpft, sondern nur gelegentlich aktiv wird. Ein paar Fälle aus der Praxis:

a) Der „eigenwillige Versetzungsantrag“

Wer sich als Mitläufer vor den Karren der Psychopathen spannen lässt, hat viele Möglichkeiten. Ein Beispiel war Frau Sch. Deren Waffe war eine Unterschriftenliste, auf der eine Art „Versetzungsantrag“ gegen die Zielscheibe der ständigen Mobbingangriffe im Lehrerzimmer formuliert war. Nur dass der Antrag eben nicht von der betreffenden Person kam sondern von einigen Mobbingexperten in der Lehrerschaft. U. a. der genannten Frau Sch.

Die Dame zog dabei nach Zeugenaussagen von Tisch zu Tisch im Lehrerzimmer und hielt den Kollegen diese Unterschriftenliste hin. Ziel war es, den angeblichen Störenfried von der Schule zu entfernen. Frau Sch., sicher nicht de allerhellste Kerze auf der bekannten Torte, hatte dabei allerdings übersehen, dass es noch einige wenige Menschen in diesem Kollegium gab, die derlei für vollkommen daneben ansehen, die „Petition“ nicht unterschrieben und die dann später über diese Ungeheuerlichkeit berichteten.

b) „Tischerücken“

Manchmal kommt auch der stärkste Held mit den dicksten Armen an die Grenzen seiner physischen Leistungsfähigkeit. Also braucht der gestörte Mobber willige Helfer, die ihn unterstützen. Z. B. wenn es darum geht, der Mobbingzielscheibe einfach mal das Mobiliar im Lehrerzimmer zu entfernen. Der „große Meister“ dirigiert dabei und die kleinen Helferlein machen mit. Zusammen geht es einfach besser. Und so findet der Gemobbte dann am nächsten Morgen seinen Tisch entfernt und seine Stühle unauffindbar. Es sind übrigens die gleichen gestörten Charaktere, die sich hier als Möbelpacker betätigten, die sonst vehement gegen jede Form von „Ausgrenzung“ sind. „Merkbefreiung“ ist ein großes Thema unter Lehrern.

c) Personalvertretung der „besonderen Art“

Niemand sollte glauben, dass der Personalrat die Interessen der Mitglieder eines Kollegiums vertritt. Man vertritt die eigenen, das aber durchaus trickreich und manchmal auch weit über Grenze jeder Ethik heraus. Hier lesen Sie den Bericht, wie der Vorsitzende des Personalrates seine Gegner mal eben „ganz oben“ beim Ministerium anschwärzte. Übrigens: Wer sich als „kleiner“ Lehrer direkt ans Ministerium wendet, bekommt einen Rüffel („Nichteinhaltung des Dienstweges!“). Der normenkonforme Kollege bekam zumindest ein freundliches Schreiben („quod licet Iovi non licet bovi“) mit den Erläuterungen zur „Coronalage“ in den Schulen. Mehr aber auch nicht.

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